Archiv für den Monat: Mai 2013

The Show must go on

Weise Worte von Freddy Mercury… und wieder treffen sie zu. Seit nunmehr fast 8 Jahren wohnen wir in Braunschweigs Innenstadt unter dem Dach. Genommen haben wir die Wohnung wegen des hervorragenden Innenausbaus bezüglich Sanitär, Elektrik und Internet in brauchbarer Geschwindigkeit sowie der tollen Lage und Aufteilung. Was wir leider nicht wussten: Über unseren Köpfen kommt nach ca. 1,5 cm Rigips-Platte das Desaster in Form von ca. 3 cm Dämmung (!) gefolgt von einem ca. 50 Jahre alten Dach mit den altersentsprechenden Zipperlein. Laut unserem Vermieter ist es aber „noch gut“. Weiterlesen

Flugkünstler

Bis dahin hatte ich nur eine kleine Vorhut gesichtet, aber seit letztem Donnerstag (16.05.) sind die Mauersegler endlich wieder in gewohnter Anzahl aus dem Süden zurück. Als ich vom Sport kam, stand ich erstmal minutenlang völlig begeistert mit dem Kopf in den Nacken gelegt in der offenen Fahrertür und guckte ihnen bei ihren rasanten Flugmanövern zwischen den Häusern in unserer Straße zu. Irgendwann tat diese Haltung dann doch zu dolle weh, daher bin ich in Windeseile die Treppen hoch, habe Sport- und Handtasche in den Flur geschmissen und unsere Dachfenster aufgemacht. Die nächste Stunde bin ich von Raum zu Raum ihren Schreien gefolgt, habe zusammengehörende Pärchen anhand ihrer wilden Verfolgungsjagden identifiziert und zwei Paarungen beobachtet (ich vermute jedenfalls, dass das Auffliegen des Verfolgers auf den Vorausfliegenden mit anschließendem Taumeln des kurzzeitig verknäulten Paares im Mai eben dieses bedeutet). Falls sie ihre Brutplätze vom letzten Jahr beziehen, dann piepst es in 2-3 Wochen wieder total süß, wenn wir bei geöffnetem Fenster frühstücken. Irgendwann hat Dirk meinen Begeisterungsrufen ein Ende bereitet mit der Ansage: „Lass uns jetzt (unausgesprochenes „endlich“) mal abendessen, die sind bestimmt noch bis September hier bei uns.“
Recht hat der Mann.

Am Freitag morgen habe ich vor lauter Zuneigung zu den Flugkünstlern zuerst meine NABU-Mauersegler-Brosche an meinen Blazer geheftet, um dann festzustellen, dass ich vor Begeisterung vergessen hatte, meine Sporttasche auszupacken, Wäsche zu waschen und die Tasche neu für den Freitag-Sportkurs zu packen. So kam ich ordentlich ins Rotieren bei dem Vorhaben, die Tasche vorm Neupacken auszulüften, meine Kompressionsstrumpfhose zu waschen, zu trocknen und mich anschließend hineinzubefördern, beim Zusammensammeln der Sportsachen für Freitagabend nichts zu vergessen, zu frühstücken und pünktlich im Büro zu sein.

Vorm Einsteigen ins Auto habe ich trotzdem nochmal hochgeguckt. Soviel Zeit muss sein.

Käfergegoogel

Wenn mir schon etwas Lebendiges vor die Kamera fliegt, schwimmt oder kriecht, dann will ich auch wissen, was da für mich posiert. In letzter Zeit waren einige Käfer, Raupen und Fliegen dabei und auf dem Gebiet kenne ich mich nicht so gut aus. Deswegen habe ich gerade eine Google-Suche gestartet, und zwar nach: Käfer grün. Aufgrund der aktuellen Berichterstattung über Nutzerprofile, Autofill-Funktion, personalisierte Werbung und personalisierte Suchergebnisse hätte es mich absolut nicht überraschen dürfen, trotzdem musste ich gerade laut loslachen: Ich kriege tatsächlich primär VW-Käfer angeboten, enorm liebevoll restauriert oder getuned und in den schönsten Grüntönen.
Falls übrigens jemand in unserer Galerie unbenamste oder falschbenamste Objekte sieht und den Namen kennt: Immer her damit, wir freuen uns über Hinweise!

Die andere deutsche Küste – Brackgewässer Ostsee

Als echte Nordsee-Liebhaber verschlägt es uns nur sehr selten an die andere deutsche Küste. Was die meisten Ostsee-Urlauber meiden, fasziniert uns jedes Jahr aufs Neue: der Lebensraum Watt, die salzige Luft, rauhe Wetterwechsel und großräumige Schutzgebiete für Flora und Fauna, die nur mit Ferngläsern bewaffnet bestaunt oder auf schützenden Bohlenwegen durchquert werden können. Doch dieses Jahr war für meine Mama und mich mal wieder ein Kurztripp an die Brackwasserküste fällig, denn die Steilküsten dort sind einfach perfekt für das stundenlange Herumstreifen auf der Suche nach schönen Graniten und Gneisen, Sand- und Kalksteinen, Hühnergöttern (Feuersteine mit Löchern), Donnerkeilen und anderen Fossilien. Absolut nichts für Dirk, deswegen ist er zu Hause geblieben mit den Worten: „Mach nicht wieder Dauerfeuer mit der Kamera, nur weil ein Vogel seinen Kopf bewegt.“ *räusper*

Wir haben uns für Heiligenhafen entschieden, weil es dort außer dem langen Steilküstenabschnitt auch noch ein großes Vogelschutzgebiet unter NABU-Aufsicht gibt – den Graswarder in Sichtweite zur Fehmarnsund-Brücke. Da der Artenreichtum im offenen Gewässer der Nordsee sowie die Brut- und Rastplätze am Wattenmeer bedeutend größer sind, gingen wir bezüglich der Ostsee-Tierwelt ohne große Erwartungshaltung auf Streifzug. Erfreulicherweise haben wir – zwar in geringer Anzahl, aber immerhin – alte Nordseebekannte getroffen: Austernfischer und Küstenseeschwalben, die sich dank der steten Bemühungen des NABU, die Touristenströme auch an der Ostsee in nachhaltige Bahnen zu lenken, dort wieder wohlfühlen. Und wir haben auch neue Bekanntschaften gemacht: In der Nähe der Steilküste gibt es eine naturbelassene Weidelandschaft für Belted Galloways. Diese extrem schönen Rinder sind uns bislang noch nirgendwo begegnet. Außerdem haben wir erstmals aus nächster Nähe Mittelsäger angetroffen – küstenbewohnende Entenvögel, die auf das Tauchen spezialisiert sind und ebenso wie Reiherenten einen Federschmuck am Hinterkopf tragen. Abends haben wir fangfrischen Angeldorsch als Steak oder Filet verspeist, und in der kleinen Ladenzeile von Heiligenhafen haben wir eine Näh- und Stoffboutique entdeckt, wo wir uns mit einem tollen Taschenschnittmuster und passenden Stoffen eingedeckt haben. Gestern genäht, heute einsatzbereit, ein tolles Souvenir – neben dem riesigen Steinhaufen und den unzähligen Fotos natürlich. Für ersteres suche ich noch Präsentierplatz im Wohnzimmer, für letzteres hat Dirk schon Platz auf dem Server gemacht.

Glück gehabt

Phew… Glück gehabt. Leider musste ich feststellen, dass mein Schatz im (Kurz-)Urlaub häufig zu Krämpfen im Finger neigt. Anders kann ich mir die ca. 600 Fotos von 2,5 Tagen Urlaub an der Ostsee nicht erklären. Und warum Glück gehabt? Wir haben uns für eine Canon EOS 60D entschieden, welche nur 5,3 Bilder pro Sekunde schafft. Eine 7D hätte derer 8 gemacht. Ich mag es mir gar nicht vorstellen: Dirk… Paletten von 4 Terabyte-Festplatten anschleppend, weil unsere Rechner aus allen Nähten platzen. Dann muss man manchmal auch sehr genau hinsehen, um die Unterschiede zwischen zwei Bildern zu erkennen. Zum Beispiel: Austernfischer mit Schnabel geschlossen – Austernfischer mit Schnabel offen.

Schatz, Magnesium soll gut gegen Krämpfe sein. Iss mal mehr Bananen.

Aber zugegeben, einige Bilder waren echt schön.

Dazugelernt

Ich habe gerade zwei Wochen frei *freu*. Neben sporteln, chillen, fotografieren, nähen, lesen, backen, kochen und shoppen schaffe ich es tatsächlich auch noch, einige ToDos von meiner Liste abzuarbeiten. Eins davon: Einen im Mai anstehenden Arzttermin umlegen.

In der Arztpraxis praktizieren Frau Dr. A und Frau Dr. B. Bei A bin ich einmal pro Jahr montags. Montags geht jetzt nicht mehr, weil mein Boss meine Montagsanwesenheit bis 17:30 Uhr angeordnet hat. Ich möchte einen Termin dienstags 17 Uhr und erfahre, dass A nur montags und donnerstags nachmittags sowie täglich vormittags Sprechstunde hat. Täglich vormittags wünscht mein Boss meine Anwesenheit. Donnerstags geht auch nicht, da hab ich Fahrgemeinschaft, bin entsprechend unflexibel und teils fremdbestimmt und somit können Termine nach Feierabend auch mal schiefgehen. Daher will ich zu Frau B. Ich erfahre: „Wir sind aber keine Gemeinschaftspraxis, sondern eine Praxisgemeinschaft!“.

Ich gebe gerne zu: Im Urlaub sinkt mein IQ um gefühlte 80 Punkte, das ist das Abschalten vom Job und das Regenerieren, was ja auch so sein soll. Jedenfalls starre ich die Arzthelferin nur an und weiß beim besten Willen nicht, was die Wortspielerei mir sagen soll. Sie schnauft genervt: „Wenn Sie zu B wollen, wechseln Sie quasi die Ärztin!“. Okay, das leuchtet ein. Wollte ich das nicht gerade noch? Ich starre weiter und überlege fieberhaft, wie die Pointe lauten könnte. Ach, da kommt sie schon, sogar inklusive Augenverdrehen: „Dann sind Sie bei B Neukundin und damit gibt es erst in einem dreiviertel Jahr einen Termin!“

Sie hat tatsächlich Kundin und nicht Patientin gesagt – das am Rande. Ich frage freundlich nach, ob A und B es als Ärztinnen fachlich gut heißen, wenn ich meine jährliche Vorsorge um ein dreiviertel Jahr versäume, weil A und ich gleichzeitig arbeiten müssen und obwohl B und ich durchaus eine gemeinsame Lücke fänden, würde die Arzthelferin ein wenig motivierter im Kalender blättern. Okay, ich bin ein kleines bisschen laut geworden, aber jetzt habe ich einen Termin bei B an einem Dienstag um 17 Uhr im Juni. In diesem Jahr.

Entspannte Grüße von MaRa