The Show must go on

Weise Worte von Freddy Mercury… und wieder treffen sie zu. Seit nunmehr fast 8 Jahren wohnen wir in Braunschweigs Innenstadt unter dem Dach. Genommen haben wir die Wohnung wegen des hervorragenden Innenausbaus bezüglich Sanitär, Elektrik und Internet in brauchbarer Geschwindigkeit sowie der tollen Lage und Aufteilung. Was wir leider nicht wussten: Über unseren Köpfen kommt nach ca. 1,5 cm Rigips-Platte das Desaster in Form von ca. 3 cm Dämmung (!) gefolgt von einem ca. 50 Jahre alten Dach mit den altersentsprechenden Zipperlein. Laut unserem Vermieter ist es aber „noch gut“.

Die Krönung im letzten Jahr war das bislang größte Leck im Dach und der fackelnde Sicherungskasten. In letzteren war über mehrere Jahre Wasser gesickert, welches die Stromverteilungsschiene korrodieren ließ. Wie man schon in der Orientierungsstufe in Physik lernt, ist Wasser in Verbindung mit Strom eine nicht so gute Idee. Bei uns hat es dafür gesorgt, dass im Laufe eines Tages 3x die Hausanschuss-Sicherung (!!!!!) durchgebrannt ist. Diese wurde dann auch 3x durch „fachkundiges Personal“ ersetzt. Warum zwar die Sicherung ersetzt, jedoch keine Ursachenforschung betrieben wurde, erschließt sich uns bis heute nicht. Wir konnten abends dann ungefragt zur Aufklärung beitragen, als wir das Knistern in unserem Sicherungskasten bemerkten. Also flugs mal den Deckel abgeschraubt… Cool, Special FX 🙂 Aber muss das hier sein? Naja, kurz die Kamera geholt, so nach dem Motto: Hast du’s nicht auf Video, ist es nie passiert. Leider kommt der Funkenflug im Video nicht so gut raus, das kriegt Hollywood besser hin.

Dafür lohnt sich das Video schauen beim Leck im Dach. Wir dachten uns: Warum zur Hölle bildet sich da Schimmel auf der Wand? Gut, gehen wir der Sache nach. Die 1,5 cm Rigips fühlen sich feucht und kühl an – und bei dem Schimmelbefall müssen sie eh raus. Also schnell mal den kleinen Makita bemüht … und wieder gilt: Hast du’s nicht auf Video, ist es nie passiert. Siehe hier: http://vimeo.com/52963039 – Tropfsteinhöhle light. Die beauftragten Spezialisten für Wasserschäden haben dann mit Atemschutz die Rigipsplatten, das bisschen Dämmung und Teile der Dachbalken herausgerissen. Der Atemschutz war nötig, denn was sich dahinter so alles fand, wäre eine Freude für jeden Mikrobiologen gewesen. Das Ende vom Lied: Einige Wochen lang ein Trocknungs- und ein Luftreinigungsgerät in der Hütte, neues Rigips, neue Tapete, neue Farbe. Darüber eine recht dicke zufriedenstellende Dämmung und darüber dann nicht etwa neue Dachziegel – nein, lediglich ein dicker Streifen Tesafilm, der sich malerisch in das Restflickwerk einfügt. Nicht zu vergessen der Inhalt der einen oder anderen Silikonkartusche.

Derart sensibilisiert findet man uns bei Regenwetter gelegentlich im Spitzboden herumkriechend auf der Suche nach Wasser, welches dort nicht hingehört. Da wir gerade dieses wunderschöne Aprilwetter im Mai haben, war es heute mal wieder so weit – und jetzt kommt Freddy Mercury ins Spiel: Etwa über unserem Arbeitszimmer auf der anderen Seite des Hauses (also nicht unter dem Tesastreifen – der hält zur Zeit noch) haben wir einen tropfnassen Balken gefunden. Noch haben wir innen keinen Stockfleck, daher mal schnell den Vermieter mobilisieren. Der kann sich auch gleich das Schlafzimmerfenster ansehen, denn bei dem Dauerregen quillt das Holz in einer der Ecken auf, weil auch dort Wasser hinsickert, wo es nicht hingehört. Maren sagt ja immer, sie hätte zu nah am Wasser gebaut: Gemietet wäre die treffendere Umschreibung.

Ein Gedanke zu „The Show must go on

  1. Kai

    Da wünschen wir Euch von ganzem Herzen, dass ihr zwei bald nicht mehr in einem „Hausboot“ mehr wohnt sondern bald wieder festen Boden über Euren Köpfen habt!
    Und wir freuen uns schon auf weitere News aus der Weltmetropole Braunschweig 😉
    Man soll es kaum glauben, aber vor ein paar Tagen habe ich mit jemanden im Callcenter des Gasanbieters Telefoniert – der kannte doch glatt Wolfsburg und Braunschweig! War wohl mal eine zeitlang da und mochte Braunschweig wohl sehr. Witzig wie klein die Welt manchmal erscheint und wie groß der Einfluss unser kleinen Heimatstadt Braunschweig auf das Weltgeschehen.
    In diesem Sinne Liebe Grüße aus Portland und allzeit eine Handbreit Wasser unterm Kiel – denn da gehört es ja hin!
    Lea & Kai

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