Archiv für den Monat: Juli 2013

Flügge Störche

Wir waren heute auf unserer Standard-Storchenroute unterwegs: Ilkerbruch – Leiferde (NABU Artenschutzzentrum) – Meinersen. Fast alle Jungstörche sind jetzt flügge. Der eine oder die andere muss noch ab und an von einem Elternstorch durch dichten Horst-Überflug mit aufforderndem Klappern animiert werden, tatsächlich auf den Nestrand zu balancieren, die Schwingen aufzuklappen und todesmutig über den Rand zu kippen, aber wer es wagte, segelte dann auch äußerst anmutig über uns hinweg. Landungen wiederum sehen bei den meisten noch ziemlich kippelig aus. Wer doch beharrlich im Nest hocken blieb, hechelte bei der derzeitigen 30°-Hitze vor sich hin und hoffte, dass ein Elternteil vielleicht doch noch einmal Futter ins Nest würgt. Aber die Chance darauf ist wohl eher gering, schließlich müssen die Kleinen bald in den Süden fliegen. Abschließend waren wir noch im Localino in Meinersen das beste Eis der ganzen Region essen.

Trauriger Nachtrag vom 31.07.: Das leere Nest im Ilkerbruch, das wir am 21.07. zuerst mit dem Gedanken „toll, die sind schon flügge“ quittiert hatten, hat bei uns doch ein merkwürdiges Unruhegefühl hinterlassen. Die zwei Jungstörche dort waren später geschlüpft, als der jetzt fleißig mit Flug- und Landeübungen beschäftigten Leiferder-Storchennachwuchs und wir haben die beiden auch nicht (so wie letztes Jahr die vier im Ilkerbruch-Horst aufgezogenen Jungstörche) auf den angrenzenden Wiesen gesichtet. Unsere Gedanken kreisten in den letzten Tagen immer wieder um die Ilkerbruch-Küken, zumal im NABU Artenschutzzentrum Leiferde auch wieder mehrere Jungstörche aufgenommen wurden. Ich versuchte also herauszufinden, woher die neu in Pflege genommenen Störche kamen, allerdings hatte ich keine Chance einen Pfleger zu erwischen. Gestern hat sich die nette Sekretärin dann durch die Karteikarten mit den Daten der Störche geblättert und mir verraten, dass Mitte Juli zwei Jungstörche vom Wolfsburger Storchenbeauftragten Herrn Fiedler gebracht worden waren. Und leider hat sich unser ungutes Gefühl bestätigt: Ein Telefonat mit Herrn Fiedler ergab, dass die beiden tatsächlich aus „unserem“ Horst mittels Feuerwehrleiter herausgeholt wurden. Der Grund: Die Störchin wurde von einem Spaziergänger tot aufgefunden. Herr Fiedler wurde informiert und hat beobachtet, dass der erst zwei Jahre alte Altstorch keine Anstalten machte, seinen Nachwuchs zu füttern und somit anscheinend alleine seiner Vaterrolle nicht gewachsen war. Vermutlich wären die Küken verhungert oder sogar von einer eventuellen neuen Partnerin „über Bord gekippt“ worden. Die Feuerwehr war eh bestellt, da die Küken beringt werden sollten und so wurde aus der Markier- eine Rettungsaktion. Woran die Störchin verendet ist, untersucht derzeit ein Veterinär. Traurig. Zum Glück geht es den Kleinen in Leiferde prima. Ihr junger Vater wird sich hoffentlich bald in eine andere Störchin verlieben und mit ihr im nächsten Jahr das Nest erneut besetzen.

Öömrang

Prima erholt und ziemlich wiederwillig sind Mama und ich von Amrum zurückgekehrt. Ich liebe diese Insel – leew haa’k di, min öömrang lun! Feinster weißer Kniepsand ohne Anfang und Ende, Bohlenwege durch die Dünen, Heidelandschaft, reetgedeckte Friesenhäuser, Salzwiesen, Watt, Wellen, Wind, Wolken und natürlich allerhand Federvieh. Auf dem Hinweg kommt die erste Entspannungsphase bei mir immer schon, wenn die Autobahnstrecke A2-A7-A23 bei Heide endet und in Bundesstraße übergeht, ich die GRA auf gemütliche 100 km/h stelle und der Blick auf die dithmarscher Kohlfelder, Windräder und Möwen fällt. Eiderstedt links liegen lassend geht es weiter die Küste rauf, nordfriesische Ortsnamen, plattes weites Land, irgendwann dann eingedeichtes Marschland (Köge), schließlich durchgängig Deich zur Linken und die Gewissheit: dahinter ist sie, unsere heißgeliebte Nordsee. Noch nicht zu sehen, aber beim Öffnen der Autofenster zu riechen und zu schmecken. Speicherbecken bevölkert von Federvieh kündigen die nahenden Fährhäfen Schlüttsiel und Dagebüll an – dieses Jahr haben wir dort eine große Gruppe Weißwangengänse (auch: Nonnengänse) vorgefunden: Premiere für uns, denn diese Meergansart ist uns noch nie begegnet. Letztes Jahr waren an derselben Stelle Ringelgänse am Schnattern. Weiterlesen

Lehrter Rocknacht

Beim letzten Völkerball-Konzert in der Meier-Music-Hall haben wir ein paar nette Leute getroffen, die uns darauf hingewiesen haben, dass Völkerball (Rammstein-Coverband) auch auf der Lehrter Rocknacht (22. Juni 2013) spielt. Wir haben uns natürlich sofort Karten organisiert, sowas lässt man sich ja nicht entgehen…

Schließlich war es soweit, wir haben uns mit Ohrenstöpseln ausgerüstet und sind nach Lehrte aufgebrochen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Motorrad-Verein Lehrte, dementsprechend war auch das Publikum: Viele Motorräder, viel Leder-Outfit.

Wir waren pünktlich zum Einlass um 17:00 Uhr da. Es fing auch gleich die erste Band an zu spielen: „Alex im Westerland“, eine „Die Ärzte“ und „Die Toten Hosen“ Coverband. Angesichts der frühen Uhrzeit hatten die vier Jungs es natürlich etwas schwerer, der Platz vor der Bühne füllte sich ja erst allmählich. Egal, zwei Plätze in der ersten Reihe waren unser und wir haben fleißig mitgesungen. Es wurde ein bunter Mix von älteren und neueren Liedern der beiden Bands gespielt, aufgelockert durch den einen oder anderen Spaß. Lustig wurde es gegen Ende des Auftritts: Jemand neben uns (Lederkluft, lange Haare) rief „Westerland“. Ich dachte mir „och nöö, da weiß ich was besseres“ und übertönte ihn mit „Geschwisterliebe“. Ein kurzer Blick zu mir rüber … 21 … 22 … „Stimmt, das ist ja viel geiler! GESCHWISTERLIEBE!!!“ Einige andere ließen sich dann auch noch animieren, sich ebenfalls dieses Lied zu wünschen. Gespielt wurde es leider trotzdem nicht, stattdessen bekamen wir den Hinweis, solche Schweinereien doch besser zu Hause zu machen. Weiterlesen