Archiv für den Monat: August 2013

Augen auf beim Wattenlauf!

Die große Wattwanderung von Amrum nach Föhr oder je nach Niedrigwasser-Uhrzeit auch von Föhr nach Amrum ist ein echtes Highlight für Amrum-Urlauber. 8 km und 4 Stunden lang geht es durch schönstes Sandwatt zwischen dem Inseldreieck Amrum, Föhr und Sylt in äußerst zügigem Tempo („Die Fluuut kommt!“) auf dem Meeresboden dem Wattführer hinterher. Wir empfehlen als Wattführer Rainhard Boyens, und das aus ganz verschiedenen Gründen: Als echter Öömrang liebt er seine Insel, berichtet äußerst witzig über den ewig schwelenden Konkurrenzkampf zwischen den Amrumern und Föhringern (sehr ähnlich zu BS-H), hat dennoch seine Schwester auf die weniger schöne Insel verheiraten müssen, sondert über sein Megafon in den 4 Stunden eine Unmenge an sachkundigen Infos zum einzigartigen Lebensraum Watt sowie zur Geschichte beider Inseln ab, sorgt gleichzeitig permanent für Gelächter durch seine unnachahmliche Intonation und den trockenen friesischen Humor („…In Dunsum auf Föhr steht dann für uns ein Bus bereit, in den wir alle einsteigen werden, falls wir denn üüüberhaupt alle lebend den rettenden Deich erreichen…“). Trotz der markigen Sprüche fühlt man sich bei ihm äußerst gut betreut und sicher, und das Wohlergehen seiner Gäste ist ihm so wichtig, dass er schon am Treffpunkt wertvolle Hinweise gibt („Wir sind ja hier nu an der Nooordsee, besitzen denn die Kinder da keine Windjacke?“, „Jetzt schon barfuß?“, „Badehose hat ja jeder an und Ersatzhose ist dabei, oder? Denn wir müssen durch einen Priiiel, wo das Wasser bis zur Hüfte reichen kann.“, „Nein, Priel ist hier oben im Norden was anderes als Spüli!“, „Meinen Anweisungen solltet ihr lauschen, dass erhöht eure Überlebenschancen erheblich!“).

Bereits in den ersten Minuten am Treffpunkt (bei der Tour Amrum-Föhr an der Busendstation in Norddorf) bieten sich ausgiebige Möglichkeiten für vertiefte anthropologische Studien. Die Eltern beharren darauf, ihre drei Kinder ohne Windjacken mitzunehmen, die Barfußläufer zeigen sich völlig unbeeindruckt davon, dass der ortskundige Wattführer Turnschuhe trägt, die Frau in Skinny-Jeans krempelt unten am Knöchel mit Mühe zweimal um und fühlt sich alsdann bereit für den großen Priel, die Teenager (eine Diakonie-Jugendgruppe aus NRW) schubsen sich gegenseitig, gackern sich tot oder wischen realweltentrückt auf ihren Smartphones rum und finden es offensichtlich voll uncool, irgendwem zuzuhören. Der Jugendgruppenleiter schimpft motivationslos, der Wattführer starrt fassungslos auf die weiblichen Teenager, die so aussehen als stünde ein Discobesuch unmittelbar bevor. Hierzu sagt er lieber nichts. Weiterlesen

Primaten in freier Wildbahn

Nach dem letzten Beitrag meiner besseren Hälfte könnte man glauben, die Primaten wären uns irgendwo im Wald begegnet. Aber weit gefehlt, der Ort war die Rappbodetalsperre. Dort waren wir anlässlich des Besuches bei Harzdrenalin.

Zwischen der Staumauer und dem Parkplatz haben die Arbeiter und Bauern (OK, wohl eher die Arbeiter) der damaligen DDR einen Tunnel gebaut und diesen haben die Primaten für sich entdeckt. Warum? Wegen der Akustik. Weiterlesen

Urlaubserlebnisse

3,5 Wochen Sommerurlaub bei Bombenwetter bedeuten für Mama und mich, dass wir ständig unterwegs sind. Sofern Dirk Zeit hatte, hat er uns natürlich begleitet. Hier eine Liste unserer Urlaubsaktivitäten 2013 inklusive Bewertung:

  • Amrum – ein Traum; und schon wieder gebucht für 2014
  • Otterzentrum Hankensbüttel – sehr empfehlenswert; dort sind wir mehrmals im Jahr
  • Palaeon Schöningen – extrem tolle Ausstellung, sehr informativ und ein schönes Außengelände
  • Luchsgehege Rabenklippen (Harz) – Tipp: Nach der Fütterung unbedingt noch bleiben, die lärmenden Kinder mit ihren entnervten Eltern abziehen lassen und sich dem Anlass entsprechend ruhig verhalten; die Luchse kommen dann sehr nah heran
  • Braunkohlentagebau-Informationsplattform mit Findlingen (zwischen Schöningen und Hötensleben) – sehr interessant
  • Grenzdenkmal Hötensleben (Elm-Vorland) – bedrückend, aber sehenswert
  • NABU Gut Sunder (Meißendorf) – sehr schöne Inforäume zu Wildtieren, beeindruckende Flora und Fauna im Außengelände – am nahegelegenen Hüttensee sind wir anschließend noch zwecks Federviehbeobachtung spazieren gegangen und haben Haubentaucher mit Küken auf dem Rücken sowie zwei Kraniche im Flug gesehen
  • Grube Samson (Harz) – sehr empfehlenswert, die „Fahrkunst“ ist echte Ingenieurs-Kunst
  • Grube Lautenthals Glück mit Erzschifffahrt und Grubenbahn (Harz) – nicht so gut wie Grube Samson oder die Führungen im Bergwerk Rammelsberg/Goslar
  • Wanderung von St. Andreasberg/Jordanshöhe zur Gaststätte Rinderstall – äußerst anstrengender und schwieriger Weg mit starkem Gefälle auf dem Hinweg, entsprechend schweißtreibend auf dem Rückweg, sehr empfehlenswert
  • Gaststätte Brückenschänke an der Okertalsperre – sehr empfehlenswert
  • Harzdrenalin (nur Dirk und ich): „Wallrunning“ an der Staumauer Wendefurth sowie „Megazipline“: 1 km rasanter Überflug an einer Doppelseilrutsche über das Rappbodetal entlang der Staumauer der Rappbodetalsperre – Adrenalin pur und süchtig machend

Außerdem haben wir drei im Urlaub endlich unsere Segway-Card erworben – so eine Art Führerschein für Segways, um Touren ohne Guide machen zu dürfen. Hierfür haben wir eine schöne Tour vom Segway-Point (Nähe Jolly Joker) über das Ringgleis an der Rückseite von Real vorbei über das Messegelände an Schloss Richmond vorbei zum Südsee gemacht; letzteren umrundet, Pause am Bistro und dann durch den Bürgerpark an der VW-Halle vorbei über den Europaplatz zurück. Große Klasse! Weiterlesen