Primaten in freier Wildbahn

Nach dem letzten Beitrag meiner besseren Hälfte könnte man glauben, die Primaten wären uns irgendwo im Wald begegnet. Aber weit gefehlt, der Ort war die Rappbodetalsperre. Dort waren wir anlässlich des Besuches bei Harzdrenalin.

Zwischen der Staumauer und dem Parkplatz haben die Arbeiter und Bauern (OK, wohl eher die Arbeiter) der damaligen DDR einen Tunnel gebaut und diesen haben die Primaten für sich entdeckt. Warum? Wegen der Akustik.

Hält man sich dort an einem sonnigen Wochenende auf, bekommt man den Eindruck, die Motorrad-, Golf GTI-, Quad- und ähnliches-Fahrer habe da lustige Spiele erfunden. Zum Beispiel:

  • Der zweite Gang wird überbewertet.
  • Zeig mir Dein Waste-Gate, dann zeig ich Dir meins.
  • Überholen unter erschwerten Bedingungen.
  • Ich kann noch lauter.
  • Mein Soundsystem kann lauter als mein Motor. Natürlich kombiniert mit fragwürdigem Musikgeschmack (für die B-Note).

Die Probleme an der Sache:

Ich bin mit meiner besseren Hälfte in den Harz gefahren, um mit „Harzdrenalin“ an der Staumauer herunterzulaufen und mir die Megazipline zu geben (beides übrigens sehr empfehlenswert und wird auf jeden Fall wiederholt). Dies bedeutet, wir waren nicht auf den infernalischen, jedem Rockkonzert Ehre machenden Lärm dieser fragwürdigen Nebenbei-Bespaßung vorbereitet und hatten unsere Ohrenstöpsel nicht dabei. Schlimmer finde ich es allerdings, dass es zu Fuß nur durch den Tunnel von der Staumauer zum Parkplatz geht und somit jeder zwangsbeschallt wird, ob er will oder nicht. Und viele können sich dagegen nicht einmal wehren, z.B. Kinder.

Ebenfalls nicht unterschätzen sollte man das Gefahrenpotential. Im Tunnel sind 50 km/h erlaubt. Wenn da mit locker dem doppelten überholt wird und dabei etwas schief geht, dann gibt es Fußgänger-Geschnetzeltes! Ausweichen? Zur Seite springen? Geht alles nicht. Und dann? Tut mir leid, das wollte ich nicht…

Geht verdammt noch mal mit Euren Karren auf eine Rennstrecke, da belästigt und gefährdet ihr euch nur selbst!