Archiv für den Monat: Oktober 2013

Sprühzeugs und Duschgeltests

Ein regnerischer Mittwochabend im September kurz nach 20 Uhr, ich komme nassgeschwitzt, ausgepowert und superglücklich aus dem Bodycombat-Kurs in die Damenumkleide, freue mich auf Dusche, Abendessen und ein-zwei Folgen Vampire Diaries. Zuerst muss ich mir aber die Kompressionsstrumpfhose vom Leib quälen, dauert nur drei Minuten – fix und alle von dieser Prozedur hole ich anschließend ganz tief Luft… Leider habe ich das drohende Pfffff eine viertel Sekunde zuvor nicht so recht wahrgenommen. In eine Chemiewolke genebelt, die sich mit klebrigem Kokosduft in meine Bronchien frisst, gehe ich hustend neben meinem Schrank in die Knie. Die Sportkameradin mit dem Sprühdeo guckt mich mitleidig an: „Oh, da hat sich aber jemand verschluckt!“ Ich schnappe nach Luft und keuche: „Nee, ich habe dein Deo eingeatmet.“ Ihr Blick wird erst eisig, dann spöttisch: „Man kann sich aber auch anstellen…!“
Unsere Umkleide besitzt kein einziges Fenster, das einzige was sich außer der Eingangstür öffnen lässt sind die von nassen Schuhen, Jacken und Regenschirmen miefigen Schränke, die Toilettentür, wo es ebenfalls nicht lecker rausweht, und die Dusch- sowie Saunatüren, aus denen Wasserdampf herauswabert. Ansonsten gibt es noch eine Menge offener Sporttaschen, Turnschuhe und verschwitzte Frauen. Worauf ich hinaus will: Die Luft in diesem Raum ist exakt so atembar, dass man für die Umziehzeit am Leben bleibt. Bis so eine Nebelkrähe kommt und mit der größten Selbstverständlichkeit zu Sprühdeo, Haarspray oder irgendeinem anderen sprühbaren Drogerieartikel greift. Weiterlesen