Teamwork noch vor der Arbeit

Anfang der Woche war ich morgens beim Ausparken schon gedanklich auf der Arbeit – leicht gestresst. Da fiel mir eine Krähe auf, die auf dem Bordstein äußerst unzufrieden mit einem runden, walnussgroßen Gebilde kämpfte. Wenn sie mit dem Schnabel draufpickte, kullerte das Ding weg. Wenn sie es mit dem Schnabel packte und seitlich auf den Bordstein klopfte, rutschte es weg. Erinnerte mich daran, wie ich mal hoch motiviert mit einer Kokosnuss zur Edeka-Kasse eilte und das Teil nach dem gedanklichen Durchstöbern unserer Küchenschubladen dann doch im Laden ließ. Als ich mein Auto langsam aus der Parklücke fuhr, guckte mir die Krähe mit schiefgelegtem Kopf zu. Plötzlich wurde sie ganz aufgeregt, nahm das Ding in den Schnabel und starrte mich am Fahrbahnrand hin und her trippelnd an. Ich stoppte sofort den Wagen und starrte zurück. Sie legte den Kopf schief, ich legte den Kopf schief. Dann habe ich ihr aufmunternd zugenickt. Sie zögerte noch kurz, sprang dann todesmutig vor mein Auto und platzierte das Teil vor meinem linken Vorderreifen. Wieder legte sie den Kopf schief, dieses Mal aber nicht der stillen Kommunikation wegen, sondern um nochmal eine Peilung zwischen dem unkaputtbaren Ding und meinem Reifen vorzunehmen. Noch nicht ganz zufrieden schnäbelte sie das Objekt ihrer Begierde etwas weiter zur Fahrbahnmitte, guckte mir nochmal kurz in die Augen und flog zurück auf den Bordstein. Ich könnte mir einbilden, dass nun sie mir aufmunternd zunickte. Vorsichtig gab ich Gas und zerquetschte die Kugel. Vom Bordstein tönte es dankbar „krah“. Bevor ich in die nächste Seitenstraße abbog, sah ich im Rückspiegel, wie sie begeistert auf der Fahrbahn rumpickte. Ich gab Gas und fuhr mit einem äußerst freundlichen Gedanken an meine Kollegen zur Arbeit. Teamwork ist großartig.

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