Reisebericht Nr. 3 – SPO

Der Abreisetag von Reise 2 war zugleich Anreisetag von Reise 3: Während Dirk von Braunschweig aus über A2-A7-A23 nach Nordfriesland fuhr, war es von Kappeln aus nur ein Katzensprung zwischen den Meeren zum Treffpunkt in Sankt-Peter-Ording. Nach Cappuccino und Waffeln verabschiedete sich Ramona Richtung Braunschweig und wir zwei verbrachten den ersten Tag mit einem langen Spaziergang direkt am Spülsaum, chillend in unserem Lieblingspfahlbau 54° Nord und schlemmend bei Gosch. Highlight dieser Reise war ein Rundflug über Eiderstedt und die Halligen und Inseln der nordfriesischen Küste mit einer Cirrus in 700 m Höhe. Auf unseren Wunsch hin flogen wir kurz vor Niedrigwasser abends bei schon tief stehender Sonne, so dass wir die Priele und die trocken gefallenen Wellenstrukturen des Watts unter uns glitzern sehen konnten. Es war traumhaft: Der offensichtlich ebenfalls in die Gegend vernarrte Pilot zeigte uns Seehunde auf einer Sandbank, erzählte uns vom Leben auf den Halligen und sogar einige Details zu den Bewohnern der Warften und machte uns auf landschaftliche Besonderheiten aufmerksam. Während die Rapsfelder auf Eiderstedt in voller Blühte standen, waren sie im raueren Klima draußen auf Amrum und Föhr nur punktuell gelb. Obwohl wir unsere Fallschirmspringer-Karriere vor drei Jahren aufgegeben haben, waren wir uns nach der Landung einig, dass es ein merkwürdiges Gefühl war, ohne Sprungsystem, Höhenmesser und Helm in einer so kleinen Maschine zu fliegen. Und trotz unserer langjährigen Erfahrung mit der (Mit-)Fliegerei: Flugzeuglandungen kennen wir eigentlich nur mit großen Verkehrsmaschinen. Auf dem Sportflugplatz auf Eiderstedt war das durchaus ein Erlebnis! Die restliche Urlaubszeit war hingegen entspannend wie immer in SPO: Wattwandern bei Westerhever in Sichtweite zum Leuchtturm, Beobachten von rastenden Ringelgänsen in den Salzwiesen und Weißwangengänsen auf den Feldern, Lesen und Chillen mit Meerblick, gutes Essen und kitschige Sonnenuntergänge in den leuchtendsten Farben. Am Abreisetag haben uns noch brütende Kiebitze und eine große Gruppe Säbelschnäbler im Kathinger Watt erfreut. Dank Rückfahrt am Feiertag (1. Mai) ging es auch sehr entspannt über LKW-freie Autobahnen nach Hause.