Sonnenfinsternis

Das erste Mal habe ich 1994 eine partielle Sonnenfinsternis erlebt. Ich war mit der Marine in der Danziger Bucht. Dort haben wir das Schauspiel mit den fest montierten Schiffs-Fernrohren verfolgt. Diese hatten Filter, die in den Strahlengang gekippt werden konnten. Ich glaube zwar nicht , dass diese Filter explizit für die Sonnenbeobachtung geeignet waren, allerdings habe ich bisher auch noch keine negativen Auswirkungen gespürt. Fotografiert haben wir das ganze auch, damals noch auf Analogfilm: Ich habe die Kamera auf das Fernrohr gehalten und so fotografiert – das Foto ist sogar ganz gut geworden.

Dadurch war unser Interesse geweckt, uns das Naturschauspiel einer totalen Sonnenfinsternis einmal live anzusehen. Also sind wir im August 1999 nach Stuttgart aufgebrochen. Dort sollte sich die Sonne am 11.8. komplett verdunkeln. Hat sie dann auch getan, gesehen hat man aber nicht so viel. Es war eher stark bewölkt bis bedeckt. Trotzdem: Ein eindrucksvolles Erlebnis, wenn es mitten am Tage plötzlich innerhalb weniger Augenblicke dunkel wird. Fotografisch dokumentieren wollten wir das Schauspiel natürlich auch, mit analoger Spiegelreflexkamera, Teleobjektiv und Stativ. Und natürlich mit der richtigen Filterfolie. Das Wetter hat diesem Vorhaben allerdings nur einen mäßigen Erfolg spendiert.

Bereits lange bevor das Thema „Sonnenfinsternis“ in diesem Jahr die Presse beherrschte, haben wir uns mit den zu diesem Zeitpunkt noch lieferbaren SoFi-Brillen versorgt. Außerdem natürlich mit einem A4-Bogen der Baader-Folie für Sonnenbeobachtung in der Dichte 5.0. Mit dieser Folie habe ich für unser aktuelles Foto-Equipment einen Aufsatz gebastelt. Damit kann ich nun mit unserem 100-400mm-Zoom-Objektiv problemlos Fotos der Sonne machen. Ein paar Testfotos vom letzten Wochenende sind gleich sehr gut geworden. Das Equipment war also bereit, es musste nur noch das Wetter mitspielen. Anfang der Woche war für Freitag noch eher schlechtes Wetter angesagt. Aber je näher der Freitag rückte, desto besser wurden die Prognosen.

Heute morgen ging es dann los – ohne eine Wolke am Himmel. Ich habe mich bei unserem Büro mit Kamera und Stativ auf den Parkplatz gestellt, das seltene Naturschauspiel genossen und viele Fotos geschossen. Der eine oder andere Mitarbeiter von VW Financials kam währenddessen vorbei und fragte dann neugierig „Kann man denn etwas erkennen?“ oder „Darf ich auch mal schauen?“. Alle waren begeistert und beeindruckt – es ist halt doch noch etwas anderes, so etwas live zu sehen als im Internet oder im Fernsehen. Einigen muss ich auch noch Fotos mailen…

Mein Schatz hatte heute auch Gelegenheit, um das Maximum der Bedeckung herum einen Blick auf die Sonnensichel zu werfen. Ich hatte ihr natürlich auch eine SoFi-Brille organisiert – sie war damit bei ihren Kollegen die gefragteste Heldin des Tages und muss daher in der nächsten Zeit keinen Kaffee mehr bezahlen 🙂

Fotos von Diesem Ereignis sind in unserer Galerie, Kategorie „Nachts und Astro“.

Netterweise wurde ich nach der Sonnenfinsternis vom Online-Astroshop auch gleich auf die nächste Einsatzmöglichkeit für die Brillen und Folien aufmerksam gemacht: Am 16. Mai 2016 ist die seltene Gelegenheit, einen Merkur-Transit beobachten zu können. Dabei schiebt sich der Planet Merkur vor der Sonnenscheibe lang…