Messerschmiedekurs

Anfang November haben wir zusammen mit einem Kollegen von mir einen Messerschmiedekurs bei Nils Holloh gemacht. Am Samstag haben wir aus alten Feilen die Messerklingen geschmiedet. Wir sind alle drei durch die fachkundige Anleitung von Nils tatsächlich zu exakt der Messerform gelangt, die wir uns vorgestellt hatten. Mit Feile und Schleifpapier wurde die Klinge weiter bearbeitet, die Schneide in Öl gehärtet und angelassen. Danach hatten wir Muskelkater und diverse Wunden an den Fingern.

Am Sonntag hat mein Kollege für sein ca. 10 cm langes Küchenmesser einen wunderschön verzierten Griff aus Hirschhorn gefertigt. Die Verzierungen wurden zwar nach historischem Vorbild aber modern mit einem Dremel in das Horn gefräst und anschließend mit schwarzem Wachs herausgearbeitet. Dirk hat passend zu seiner 23 cm langen Bowie-Klinge einen massiven Tigerahorngriff hergestellt. Das besondere ist hier die Veredelung des bearbeiteten Holzes mit Wachs und Wärme. Bei mir musste es natürlich wieder komplizierter werden: Mein 17 cm langes Kochmesser bekam eine Materialkombination aus ebenfalls verziertem Hirschhorn und Birnbaum. Die Materialien werden plan zueinander eingepasst, mit Vulkanfiber dazwischenliegend verklebt (Epoxidharz) und anschließend in einem Stück weiter geraspelt, gefeilt und geschliffen. Das hat mich glatt einen weiteren halben Samstag gekostet und Nils eine große Portion Geduld abverlangt. Den Abschluss bildete das Schärfen der Schneide.
Fotos von dem Messerschmiedekurs sind in der Galerie „Selfmade“ zu sehen.
Bei Interesse: http://www.nils-holloh.de

Einheiten

Neulich hat mich mein Schatz mal wieder überrascht. Sie sagte mir, dass sie in der Stadt noch Schnürsenkel kaufen wolle. Da ich noch ein Paar hier zuhause hatte habe ich sie gefragt, wie lang sie die denn benötigen würde.

Als Antwort bekam ich dann: 30 cm.

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Ohrwurm und unstillbarer Bewegungsdrang

Ich bin absolut süchtig nach Body Combat Release 61 – Track 8 (Power Training 3)
„Like a rainbow“ (Sy & Unknown Remix):

I will reach

Just say it’s alright the sun will rise again
I’ll be your calm
The storm has passed my friend
And when it seems
The darkness never ends
I am on your side

I will reach up high just like a rainbow
All my colours burning bright
Shining for you
And I will sail across the waters
From the shadows I’ll be watching over you

Just take some time
Time will rearrange
You can’t rewind
But you can start again
And if you fall
On me you can depend
I am on your side

Mal schnell impfen lassen…

Seit einiger Zeit wird ja vermehrt in den Medien darauf hingewiesen, dass die Masern in Deutschland nicht ausrottbar sind, weil die „mittleren Jahrgänge“ nur eine Grundimmunisierung gegen Masern bekommen haben. Die zweite Impfung wurde erst später eingeführt und dummerweise wurde jahrelang vergessen, uns „Ältere“ darauf hinzuweisen, dass ein zweiter Picks sinnvoll wäre. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat nach meinen Recherchen 2010 eine entsprechende Empfehlung herausgegeben. Ich selbst habe davon allerdings das erste Mal überhaupt 2014 etwas gehört und das, obwohl ich einmal im Jahr zur Grippeschutzimpfung gehe und mir zweimal im Jahr Überweisungen vom Hausarzt für meinen Lipödem-Facharzt abhole. In Arztpraxen und Apotheken hängt nirgendwo ein Hinweis zu dem Thema. Und dann hörte ich 2014 auf NDR-Info ein Interview, wo in nörgelndem Tonfall den mittleren Jahrgängen Ignoranz und Beratungsresistenz vorgeworfen wurde. Na, ich war begeistert… Da ich ungern mit über 30 eine Kinderkrankheit bekommen möchte, entschloss ich mich sofort, mich „mal eben schnell“ nachimpfen zu lassen. Leichter gesagt als getan… Weiterlesen

Reisebericht Nr. 3 – SPO

Der Abreisetag von Reise 2 war zugleich Anreisetag von Reise 3: Während Dirk von Braunschweig aus über A2-A7-A23 nach Nordfriesland fuhr, war es von Kappeln aus nur ein Katzensprung zwischen den Meeren zum Treffpunkt in Sankt-Peter-Ording. Nach Cappuccino und Waffeln verabschiedete sich Ramona Richtung Braunschweig und wir zwei verbrachten den ersten Tag mit einem langen Spaziergang direkt am Spülsaum, chillend in unserem Lieblingspfahlbau 54° Nord und schlemmend bei Gosch. Highlight dieser Reise war ein Rundflug über Eiderstedt und die Halligen und Inseln der nordfriesischen Küste mit einer Cirrus in 700 m Höhe. Auf unseren Wunsch hin flogen wir kurz vor Niedrigwasser abends bei schon tief stehender Sonne, so dass wir die Priele und die trocken gefallenen Wellenstrukturen des Watts unter uns glitzern sehen konnten. Es war traumhaft: Der offensichtlich ebenfalls in die Gegend vernarrte Pilot zeigte uns Seehunde auf einer Sandbank, erzählte uns vom Leben auf den Halligen und sogar einige Details zu den Bewohnern der Warften und machte uns auf landschaftliche Besonderheiten aufmerksam. Während die Rapsfelder auf Eiderstedt in voller Blühte standen, waren sie im raueren Klima draußen auf Amrum und Föhr nur punktuell gelb. Obwohl wir unsere Fallschirmspringer-Karriere vor drei Jahren aufgegeben haben, waren wir uns nach der Landung einig, dass es ein merkwürdiges Gefühl war, ohne Sprungsystem, Höhenmesser und Helm in einer so kleinen Maschine zu fliegen. Und trotz unserer langjährigen Erfahrung mit der (Mit-)Fliegerei: Flugzeuglandungen kennen wir eigentlich nur mit großen Verkehrsmaschinen. Auf dem Sportflugplatz auf Eiderstedt war das durchaus ein Erlebnis! Die restliche Urlaubszeit war hingegen entspannend wie immer in SPO: Wattwandern bei Westerhever in Sichtweite zum Leuchtturm, Beobachten von rastenden Ringelgänsen in den Salzwiesen und Weißwangengänsen auf den Feldern, Lesen und Chillen mit Meerblick, gutes Essen und kitschige Sonnenuntergänge in den leuchtendsten Farben. Am Abreisetag haben uns noch brütende Kiebitze und eine große Gruppe Säbelschnäbler im Kathinger Watt erfreut. Dank Rückfahrt am Feiertag (1. Mai) ging es auch sehr entspannt über LKW-freie Autobahnen nach Hause.

Reisebericht Nr. 2: Schlei

Ende April waren Mama und ich auf Revival-Tour an der Schlei. Erstmals und bis April auch zum einzigen Mal waren wir dort vor unglaublichen 20 Jahren. In Schleswig gibt es ein Panoramarestaurant hoch oben im sogenannten Wikingturm: Dort habe ich damals bei schönstem Sommerwetter mit meinen Eltern meinen 14. Geburtstag gefeiert – und dieses Jahr bei ungemütlicher Nasskälte am Anreisetag mit meiner Mama Eis gegessen. In Schleswig haben wir uns noch die alte Fischersiedlung Holm angeschaut, bevor wir von Wind und Niesel durchgefröstelt zu unserer Pension in Kappeln gefahren sind. Am nächsten Morgens sind wir bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht und dieses Traumwetter hat bis zum Ende von Reise Nr. 3 gehalten. In Kappeln haben wir alle Sehenswürdigkeiten mitgenommen, viel Fisch gegessen und getöpferte Heringe zugunsten des Erhalts des historischen Heringszauns gekauft. Eine Schleifahrt vorbei an gleißend gelben Rapsfeldern und unzähligen Anglern in Wathosen bis hin zum NSG Schleimünde, Ausflüge in die schönen Dörfer Arnis und Sieseby sowie ausgiebige Wanderungen entlang der Steilküste bei Schönhagen und im NSG Geltinger Birk waren die Highlights dieses Kurzurlaubs. An Federvieh konnten wir u. a. Fischadler, Graureiher, Schwäne, Rauchschwalben (sogar einen Paarungsversuch), Uferschwalben, Küstenseeschwalben, unseren allerersten Wiesenpieper, Eiderenten, Brandgänse, Austernfischer, je einen Stieglitz, Buchfink und Zilpzalp, je eine Gruppe Haubentaucher und Gänsesäger an der Flensburger Förde und zahlreiche Kormorane und Sperlinge (im Cafe teils sehr sehr dicht am Kuchenteller) verzeichnen. Ein großartiges Erlebnis waren kämpfende Konik-Hengste im NSG Geltinger Birk – obwohl die Rosse erst noch bevorstand. Fotos sind in der Galerie „Etwa 54° Nord“ zu sehen.

Reisebericht Nr. 1: Vancouver

Im März war ich zum zweiten Mal dienstlich in Vancouver. Nachdem mir die Langstreckenflüge und der 9-tägige Verzicht auf meine Lympha Press im letzten August recht gut bekommen waren, hatte ich dieses Mal keine Bedenken, für 10 Tage zu fliegen. Mich plagt schon ein wenig das schlechte Gewissen meinen Kollegen gegenüber, die mit zumeist zwei Wochen Reisezeit effizienter unterwegs sind, aber die 10 Tage im März haben mir ganz deutlich meine körperliche Grenze aufgezeigt. Trotz viel Bewegung nach Feierabend und am Wochenende taten meine Beine irgendwann so weh, dass ich nur noch nach Hause wollte und Mühe hatte, nicht vor Kollegen und Projektpartnern verzweifelt loszuheulen, als die Lufthansa plötzlich Streiks ankündigte. Zum Glück kam ich planmäßig zurück. Außer erfolgreicher Arbeit bleiben mir von dieser Reise drei Dinge in Erinnerung: Weiterlesen

Die Mauersegler sind zurück

Seit Tagen warte ich auf sie, suche ständig den Himmel ab und lausche. Ich bin neidisch auf jede der kleckerweise gemeldeten Erst-Sichtungen in den letzten zwei Wochen, die beim NABU bekannt gegeben werden. Besonders schlimm: Sogar im Urlaub in SPO Ende April war ich leicht nervös, dass ich ihre Ankunft bei uns verpassen könnte. Und heute morgen waren sie auf einmal da – aber nicht hell schreiend und in rasanten Flugmanövern zwischen den Häusern vom Himmel stürzend wie ich mir das so schön ausgemalt hatte! Nein – still und leise, weit oben im böigen Wind flatternd – und auch nur zwei. Zu gerne wäre ich zu Hause geblieben, um zu beobachten, was nach dieser zaghaften Vorhut über der östlichen Innenstadt passierte. Nichts da, ich musste zur Arbeit. Nach Feierabend habe ich mit meiner Mutter einen flotten Spaziergang durch Riddagshausen gemacht. Sie erzählte, dass sie die ersten bereits gestern Abend gesichtet hat – ebenfalls stumm und auch nur wenige über dem südöstlichen Rand des östlichen Ringgebietes. Am Schapenbruchteich wurden wir dann von etwa 20 überrascht, die dort im auffrischenden Wind auch eher flatterten als segelten. Immer noch kein Laut zu hören, trotzdem war es ein fantastischer Anblick. Auf dem Rückweg hörten wir ihn dann endlich zum ersten Mal in diesem Jahr: Den Mauerseglerschrei. Über dem Kreuzteich jagten drei übermütig hintereinander her. Und dann kam ich zu Hause an und da waren sie: Viele von ihnen – halsbrecherisch fliegend und gellend schreiend. Seid herzlich willkommen, ich habe euch vermisst!

Rapsblüte, Balztänze und die ersten Gössel

Ich kam Ende März von einer knapp zweiwöchigen Dienstreise nach Vancouver wieder und habe völlig verblüfft die ersten Blüten auf den Rapsfeldern registriert. Jetzt Mitte April liegen überall leuchtend gelbe Teppiche verstreut – so wie sonst im Mai! Unsere Neuentdeckung als Ausflugsziel in diesem Frühjahr sind die Braunschweiger Rieselfelder, wo wir Brand- und Nilgänse, Kiebitze, einen Austernfischer, Bekassinen, einen Seeadler, einen Fischadler, balzende Haubentaucher und unzählige verschiedene Entenarten unter akustischer Begleitung durch diverse Singvögel und vor allem Zilpzalpe beobachtet haben. Neben dem wunderschönen Balztanz der Haubentaucher im Prachtkleid (zu sehen in der Galerie „Draußen unterwegs“) bleibt uns besonders der erbitterte Kampf um das Storchennest dort in Erinnerung. Das Pärchen musste sich mehrfach bis aufs Blut gegen Angriffe verteidigen. Einmal konnten wir die beiden direkt nach überstandenem Kampf bei der Paarung beobachten und mittlerweile sieht es so aus, als würden sie brüten. Vor zwei Tagen haben wir sogar schon Graugänse mit den ersten Gösseln gesichtet, denen wir unabsichtlich so nah kamen, dass wir heftig angefaucht wurden. Frühling ist einfach klasse.